Lernen vor Ort: Die 10. Klassen in Berlin

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„Lernen vor Ort“ war bei unserer fünftägigen Exkursion nach Berlin im März 2018 angesagt. Da die Fahrt in die Bundeshauptstadt also in erster Linie eine Bildungsreise darstellte, wurde uns vor allem geschichtlich und kulturell viel geboten. Einen ersten künstlerischen Eindruck bekamen wir nach der langen Busfahrt und einem stärkenden Abendessen bei einem kleinen Spaziergang zur „East Side Gallery“ in der Nähe unseres Hotels. Hier konnte uns Herr Rieder viele Details zu den Bildern an diesem noch erhaltenen Mauerstück erklären.

 

Am nächsten Morgen durften wir dann in dem Museum „Story of Berlin“ wie durch ein Fenster in die Vergangenheit auf die Entstehung und Geschichte der Stadt zurückblicken. Nach einem kurzen eigenständigen Bummel in Kleingruppen auf dem Kurfürstendamm besichtigten wir am Nachmittag das Olympiastadion, das nicht nur sportlich Interessierte begeisterte. Wir bewegten uns auch „backstage“ und erhielten beeindruckende Hinweise sowohl zum Gebäudekomplex als auch zu berühmten Personen, die dort schon Wettkämpfe ausgetragen hatten. Eine zweistündige Stadtrundfahrt gab uns danach einen aktuellen Überblick über die moderne Großstadt, wobei uns die Reiseleiterin mit Berliner Dialekt auch zu den historischen Gebäuden stets eine spannende Geschichte erzählte und uns immer wieder mit interessanten Informationen beeindruckte. Wir sahen neben den bekannten Kulturstätten und den einzelnen durchquerten Stadtvierteln mit ihren Besonderheiten unter anderem die Botschaften verschiedener Länder, das Parteigebäude der SPD und das Konrad-Adenauer-Haus sowie den Bundestag. Diesen besuchten wir am Abend, genossen den Ausblick von der Kuppel auf die nächtliche Stadt, bevor wir zu guter Letzt um 22 Uhr noch einem Vortrag im Plenarsaal zu folgen versuchten.

 

Einen weiteren Einblick in die Politik bot uns gleich am nächsten Morgen das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Wir erfuhren, welche Ziele das Ministerium verfolgt, und durften sodann bei einem Planspiel selbst aktiv werden. Weitere Sehenswürdigkeiten, wie das Brandenburger Tor und den Fernsehturm, aus der Nähe betrachten zu können, war ein Erlebnis für sich bei der anschließenden Freizeit. Andere nutzten die freien Stunden auch zum Shoppen in den großen Berliner Malls, bevor wir uns am Spätnachmittag zum nächsten Programmpunkt trafen. Es ging nach Hohenschönhausen zum ehemaligen Stasi-Gefängnis. Die Führungen dort waren eine besondere Erfahrung, die den meisten Schülern im Gedächtnis bleiben wird. Zeitzeugen berichteten uns von ihrer eigenen Gefangenschaft, machten gerade die Manipulation und psychische Folter, die dort stattfand, für uns greifbar. Sehr betroffen waren einige von uns von den Geschichten eines ehemaligen Insassen, der wegen Fluchthilfe inhaftiert war, als er uns bewegende Einzelheiten, aber auch von seinen langjährigen Depressionen bzw. seinem Verfolgungswahn nach seiner Haftentlassung erzählte.

 

An unserem letzten Vormittag in Berlin durften wir zwischen Alternativangeboten auswählen. Herr Klein machte in Begleitung von Herrn Schultheiß eine Gruppe mit der „Topographie des Terrors“ bekannt, Herr Rieder begleitete einige Schüler in das Spionagemuseum, Frau Hornbacher-Burgstaller erkundete mit anderen die „Körperwelten“ und Frau Wagner bestaunte mit Kulturbeflissenen die Nofretete im ägyptischen Museum. Nachmittags bekamen wir alle im „Tränenpalast“, der an der ehemaligen Schnittstelle zwischen Ost- und West-Berlin liegt, viel über dramatische Einzelschicksale zu hören. Abends durften wir wieder wählen zwischen einem politischen Kabarett der „Stachelschweine“ und einem literarischen Stück im „Berliner Ensemble“, dem Theater Bertolt Brechts. Auf der Rückreise war ein Zwischenstopp in Mödlareuth eingeplant, um dort vor allem die Befestigungsanlagen an der ehemaligen Grenze zu besichtigen und über das tägliche Leben in dem in der Mitte geteilten Dorf informiert zu werden.

 

Trotz des teils unbeständigen Wetters konnten wir viele Facetten Berlins kennenlernen. Wir vertieften unser Wissen aus dem Geschichtsunterricht in der historisch geprägten Hauptstadt, erfuhren aber auch das Leben in einer modernen hektischen Metropole am eigenen Leib. So durften wir uns über eine rundum gelungene Reise freuen und möchten uns dafür bei den begleitenden Lehrkräften vielmals bedanken.

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