Junior-Ranger in den 5. Klassen

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Junior-Ranger in den 5. Klassen

Die Nagelfluhkette und der Tourismus – die 5. Klassen informieren sich –

Touristische Nutzung des sensiblen Alpenraumes ist ein im Stundenplan der 5. Klassen verankertes Thema, bei dem es sich anbietet, die Experten des Naturpark Nagelfluhkette im Alpseehaus dazu zu befragen. Viele Kinder kennen das Gebiet der Nagelfluhkette und wissen auch um die Vorteile des Tourismus im Allgäu. Viel Geld fließt in die Region durch den Tourismus: Es profitieren unter anderem Gastronomie, Hotellerie und Tourenanbieter wie auch die unzähligen Angestellten. Wie sieht das aber jetzt ganz konkret im Gelände aus, wenn die Zahlen der Touristen und Tagesausflüglern konstant bleiben oder weiter steigen? Die Naturpark-Rangerin Theresa Hilber stand den Schülern der 5. Klassen zu diesem Thema in einem Expertengespräch Rede und Antwort.

Zu Beginn wurde kurz die Entstehung der Alpen und des „Herrgottsbetons“ wiederholt und mit Gesteinen haptisch veranschaulicht. Nach der Verortung und Eingrenzung der Nagelfluhkette wurden gleich die Auswirkungen des Wintertourismus besprochen. Dass Wildtiere es im Winter nicht leicht haben und empfindlich auf Störungen reagieren, das ist den Schülern bewusst. Aber dass oftmals in Waldinseln direkt neben der Skipiste Rehe, Hasen oder Füchse leben, überraschte den Einen oder Anderen.  „Tiere gewöhnen sich daran und können sich dafür ungestört in einem anderen Gebiet zurückziehen und leben“, so die Rangerin.  Der gleiche Effekt wird auch an viel begangenen Schneeschuh- und Skitourenrouten beobachtet. Bleiben die Sportler auf den Wegen, gewöhnt sich das Wild an den Trubel und zieht sich in ruhigere Gebiete zurück. Problematisch werde es aber, wenn diese Sportarten abseits der empfohlenen Routen oder gar in Wald-Wild- Schongebieten ausgeübt werden. Mit anschaulichen Bildern zeigt die Rangerin wie z.B. Skispuren durch das Schongebiet führen, in dem die bedrohten Birkhühner in ihren Schneehöhlen leben und Erlen zur Nahrungsaufnahme aufsuchen. Auch sei es unverantwortlich, wenn Tourenanbieter Touren, die genau in oder durch Schutzgebiete führen, im Internet empfehlen.

Gegen Ende der Stunde stellt Theresa Hilber noch eine kleine, aber wichtige Frage: „Und wir?“ Nicht nur die Touristen genießen die schöne Kulisse der Nagelfluhkette, auch die Einheimischen sind dort gerne unterwegs. Man müsse bei sich selbst anfangen, wenn die Natur- und Kulturlandschaft der Nagelfluhkette intakt bleiben solle. Müllvermeidung, auf den Wegen bleiben, die Schutzgebiete und Ruhezonen der Tiere respektieren – mit ein paar einfachen Verhaltensregeln könne jeder mitwirken. Vieles basiere auf Freiwilligkeit, mit Hilfe von Schildern, Gesprächen und Flyern klären die Ranger auf. Den Schülern wurde nahegebracht, dass sie von einer intakten Natur und einem intakten Bergwald selbst profitieren, da dieser Naturgefahren reduziere. „Wenn das so ist, hält man sich doch gerne an die Regeln“, resümieren die Schüler.

Auch in den Naturparkschulen versuche man, den Grundschülern die Wichtigkeit eines kooperativen Ansatzes im Naturschutz vor Augen zu führen.  Ein weiterer Baustein in der Bildungsarbeit des Naturparks sei auch die Ausbildung von Kindern zu Junior Rangern, einem Programm, das auch die 5. Klassen anspricht, konkret aktiv zu werden. Die Lehrerin Christina Mader zeigte sich beeindruckt von Aufgaben eines Rangers und dem regen Interesse der Schüler in der letzten Schulstunde vor den Ferien: „Naturschutz ist bereits vielen jungen Schülern sehr wichtig.“

Christina Mader