Handyversuch am Gymnasium Immenstadt – ein Radiobericht in Bayern1

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Handyversuch am Gymnasium Immenstadt – ein Radiobericht in Bayern1

Eigentlich ist ja die Handynutzung in der Schule in Bayern verboten, das Immenstädter Gymnasium aber darf erproben, wie man das Handy im Unterricht oder in den Pausen eventuell doch sinnvoll nutzen kann.

Nicht nur die Schulgemeinschaft verfolgt mit Spannung die ersten Schritte bei der gemeinsam erarbeiteten neuen Handynutzungsordnung – auch Radio Bayern 1 ist dabei und interessiert sich für den „Handy-Knigge“. So sehr, dass darüber ein eigener Bericht erstellt wurde, zu finden unter https://www.br.de/nachrichten/bayern/handy-knigge-an-allgaeuer-schulen,RQSbvs9

Seit Anfang Mai läuft der Testbetrieb mit der Handyerlaubnis. Der Filmsaal ist nun zu bestimmten Zeiten eine „Handyzone“, zum Beispiel in der 2. Pause. Die Schülerinnen und Schüler können nun „stressfrei“ zuhause anrufen, wenn der Unterricht mal früher beendet wird und sie abgeholt werden wollen. Oder sie drehen mit viel Spaß noch schnell ein Tanzvideo für den Sportunterricht, wobei das Handy als Musikquelle und Kamera dient. So die ersten guten Erfahrungen. Natürlich soll hier das Handy vor allem zur Kommunikation genutzt werden, nicht aber für Spiele.

Die Schüler finden die Regeln gut, sie durften bei deren Erstellung schließlich auch mitwirken. Dass es für die missbräuchliche Nutzung, zum Beispiel in der „verbotenen“ 1. Pause, einen Verweis gibt, finden sie in Ordnung. Neu ist auch der zweiseitige „Handynutzungsvertrag“ den Eltern und Schüler gemeinsam unterschreiben und abgeben müssen. Das Thema soll auch zuhause im Familienkreis diskutiert werden und alle sollen denselben Kenntnisstand haben.

Noch ist offen, wie es nach dem Ende des Modellversuchs im Schuljahr 2019/20 und einer „Bewährungsprobe“ im Schuljahr 2020/21 weitergehen wird. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass es gar nicht so schlecht wäre, wenn jede Schule eine eigene Nutzungsordnung erarbeitet. Sie sitzt dann wie „angegossen“, weil sie von der Schulgemeinschaft gemeinsam erarbeitet wurde und den eigenen schulischen Gegebenheiten und Erfordernissen am ehesten gerecht wird. Das sorgt für schulischen Frieden. Und dann hätte auch der Modellversuch Sinn gemacht hat. Die Immenstädter Schüler, die an der eigenen Handyregelung kräftig mitgearbeitet haben, würde das vermutlich freuen.

Michael Renner